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Dienstag, 20.08.13:
Wasser ist etwas Wunderbares, besonders an heißen Tagen. Aber sauber muss es halt sein, und möglichst geruchlos. Und
genau das war unser Wasser seit einer knappen Woche nicht mehr. Wir kennen den leicht fauligen Geruch. Ungefähr einmal
im Jahr kommt es vor, dass eine Echse in den Brunnen fällt, nicht mehr rauskommt und im Wasser verendet. Das Wasser fängt
an zu stinken, nach 1-2 Tagen kommt die tote Echse an die Oberfläche und kann rausgefischt werden. Dann kommt etwas Chlor
in den Brunnen und man muss ein paar Tage warten, bis das Wasser sich wieder gereinigt hat. Für diese Zeit sucht man sich
sein Wasser eben woanders. Das Problem diesmal war, dass die Echse nicht an die Oberfläche kam. Der Gestank wurde von Tag
zu Tag schlimmer, doch wir konnten einfach nichts entdecken. Heute entschlossen wir uns schweren Herzens, den Brunnen zu
leeren. Schweren Herzens deshalb, weil Regenzeit ist und da der Wasserstand recht hoch ist im Brunnen. Ihn leer zu schöpfen
ist also eine Menge Arbeit. Außerdem muss uns dieses Wasser ja durch die ganze Trockenzeit bringen. Das jetzt alles wegzukippen
entspricht also nicht unbedingt unserem Plan. Aber wir hoffen, dass der Regen noch einige Zeit andauert und sich unser Brunnen
wieder füllen wird.
Erst einmal mussten wir aber rausfinden, was da im Wasser vor sich hin fault. Zwei Jungs, Donné und Francis zogen heute also
etwa eine Stunde lang mit Leibeskräften einen Eimer verseuchten Wassers nach dem anderen aus dem Brunnen, bis er fast leer war.
In einem Eimer schwamm dann tatsächlich eine halbverweste, ca. 20 cm lange Echse. Dann wurde Francis an einem Seil runtergelassen
und schöpfte den letzten Rest aus der Tiefe des Brunnens. Schließlich kippten wir ein Chlorgemisch rein und jetzt bleibt der
Brunnen ein-zwei Wochen geschlossen, in denen das Wasser hoffentlich schnell nachfließen wird. In der Zwischenzeit holen wir
unser Wasser von unserem zweiten Brunnen, der jetzt in der Regenzeit ebenfalls Wasser führt.
Mittwoch, 21.08.13:
Vergangene Woche fand, ebenfalls finanziert durch die Sammlung auf der SteWa (s. Bericht vom 17.07.), eine zweite Kinderbibelwoche
statt. Diesmal wurde sie in der Gemeinde Natitingou von den Betreuern der Kindersabbatschule durchgeführt. Das Thema der Woche war
"Schöpfung". Wegen des Taufsabbats am Ende dieser Woche (s. Bericht vom 18.08.) ging das Programm der KiBiWo leider in bisschen
unter, ein Kindergottesdienst zum Abschluss wäre schön gewesen. Doch am Nachmittag präsentierten die Kinder, was sie während der
Woche gelernt und gebastelt hatten. Ich war besonders von den Bastelarbeiten fasziniert, mit Eierschalen, Muscheln und Krepppapier
waren sie unheimlich kreativ. Sowohl die Kinder, als auch diejenigen die die Woche geleitet hatten bekundeten, wie viel Spaß ihnen
die Veranstaltung gemacht hatte und dass sie in den nächsten Sommerferien wieder eine KiBiWo organisieren wollen.
Sonntag, 25.08.13:
Wir wechseln jetzt mal kurz den Kontinent und gehen in meine Heimatstadt Reutlingen. Ich habe dort noch mein Zimmer
und auch noch eine ganze Reihe von Habseligkeiten. Doch so nach und nach bekomme ich Druck von meinen Lieben, das
eine oder andere größere Stück irgendwie weiter zu verschenken oder zu entsorgen, um Platz zu schaffen. Meine beiden
geliebten Schaukelstühle konnte ich schon vor geraumer Zeit unterbringen und es freut mich, dass sie beide weiterhin
in Gebrauch sind und jemandem Freude machen. Und nun ist mein Fahrrad an der Reihe. Es wurde in den letzten Jahren
von meiner Schwägerin gefahren, doch die hat nun (O-Ton mein Bruder) ein richtiges Fahrrad bekommen. Ich versuche,
diese sehr schmerzhafte Bemerkung nicht über zu bewerten und mich auf die Lösung des anstehenden Problems zu konzentrieren
das da heißt: ein neues Zuhause für mein Fahrrad zu finden. Nun muss ich allerdings zugeben, dass wahrscheinlich kein
Mensch mehr daran interessiert ist, ein altes 3-Gang-Fahrrad zu fahren. Also verschrotten? Das würde mir das Herz brechen,
denn ich hänge an dem Rad. Ich bekam es geschenkt, als ich vor über 35 Jahren!!! aufs Gymnasium wechselte. 9 Jahre lang
brachte es mich Tag für Tag in die Schule. Irgendwann in der 10. Klasse oder so, während meiner „Müslizeit“ (Jutetasche,
Papayatee, wehende indische Kleider und Räucherstäbchen) malte ich es eigenhändig grün an, mit bunten Blümchen, abgeguckt
von den Abziehblümchen auf der Prilflasche. Ach, das kennt wahrscheinlich keiner mehr. Danach brachte es mich zwei Jahre
lang in Konstanz an die Uni, bis in die Schweiz (ohne Plakette!) und auch sonst überallhin. Danach noch jahrelang als
gestandene Beamtin an meinen Arbeitsplatz beim Finanzamt. Auch als ich schon ein Auto und ein Motorrad hatte bin ich ihm
immer treu geblieben. Ich habs wirklich erst geparkt, als ich nach Benin bin. Und das soll ich jetzt verschrotten? Ich
hab mir schon überlegt, ob ich nicht bei einem Zweiradmuseum anfragen soll, aber die würden mich vielleicht doch auslachen.
Deshalb hier die Frage übers Netz: Hat irgendjemand dafür noch Verwendung? Fahren, als Blumenständer in den Garten stellen,
was auch immer Euch dazu einfällt. Bitte melden!!!
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